„Der Junge hat´s verdient!“

 

Thomas Bauch über den frischgebackenen Deutschen Meister und seine Pläne mit der U16

Am Sonntag hat Lorenz Deutloff, einer deiner Schützlinge aus der letztjährigen Regionalligamannschaft, den Deutschen Beach-Meistertitel der U19 gewonnen. Überrascht?

„Nein, aber ich freue mich wahnsinnig für den jungen Kerl. Immerhin hatten er und sein Partner sowohl bei den Deutschen Meisterschaften U18 im letzten Jahr als auch denen der U20 im Juni schon jeweils eine Hand am Siegerpokal. Dass sie nach den beiden Silbermedaillen nun noch eine goldene umgehängt bekommen haben, krönt ihre phantastischen Leistungen. Herzlichen Glückwunsch auch an Sebastian und das Trainerteam um Volker Grochau, Kristin Stöckmann, Sandra Seyfferth und Andreas Renneberg.“

Du hast Lorenz in den letzten 1,5 Jahren in der Halle trainiert. Worin liegen die Stärken des 17-Jährigen?

„Lorenz gehört mit seinen 1,82m nicht zu den längsten Angreifern. Aber er hat in den letzten Jahren sehr erfolgreich daran gearbeitet, diesen körperlichen Nachteil durch eine immense Angriffsvariabilität auszugleichen. Dieses überdurchschnittlich große Repertoire lässt ihn immer wieder erfolgreich Lösungen am Netz finden. Er ist spielintelligent und in der Lage, gegnerische Defizite zu erkennen und für den eigenen Erfolg zu nutzen. In der letzten Saison hat er seine Feldverteidigung stark verbessert und insbesondere seine Annahme stabilisiert. So ist es nur folgerichtig, dass er mittlerweile im Notizbuch unseres Bundesligatrainers steht.“

Synergieeffekte von Hallen- und Beachvolleyball haben den DVV veranlasst, eine kombinierte Ausbildung bis hin zum Bundeskader zu verfolgen. Wie siehst du das Nebeneinander von Halle und Sand?

„Generell sehe ich die Kombination positiv. Im Beach-Volleyball wird gerade im Bereich der Technikschulung die universelle Ausbildung der Volleyballer gefördert. Aufgrund der geringeren Spieleranzahl gibt es deutlich mehr Wiederholungszahlen bzw. Zielhandlungen. So hat Lorenz in der Halle sicherlich auch von den vielen Annahmen im Sand profitiert oder den ähnlichen Haupt-Feldverteidigungstechniken. Ich beache im Sommer mit meiner U16 auch ganz gern, weil ich glaube, dass meine Spieler vom 3:3 im Sand später in der Halle profitieren können. Natürlich kenne ich auch die Argumente der Hallentrainer, die die Sandvariante unseres Sports ablehnen. Ich akzeptiere deren Kritik daran, dass Leistungsträger in der Halle oftmals auch solche im Sand sind und das Spielen der Hallen- und Beachsaison ohne Pause stark zu Lasten ihrer Gesundheit geht. Ich erinnere mich, dass auch Lorenz nach dem letzten Sommer über Knieprobleme klagte. Hier sind generell die Trainer gefragt, die die Belastungssteuerung verantwortungsvoll im Sinne des Athleten planen und deren Saison nachhaltig strukturieren müssen.“

Stichwort U16: Du stehst vor dem 2. Jahr mit deinen U16-Jungs, bist in der vergangenen Saison bei den Regionalmeisterschaften an körperlich überlegenen Gothaern und Dresdnern gescheitert. Wie geht es hier weiter?

An diese Mannschaft habe ich mein Herz verloren. Das sind alle ehrgeizige und trainingsfleißige Spieler, die im letzten Jahr einen unglaublichen Teamspirit entwickelt haben. Obwohl es zum ganz großen Erfolg bei den Regionalmeisterschaften noch nicht gereicht hat, sehe ich bei allen ein großes Potential. Drei Spieler haben den Sprung in die U18 geschafft, u.a. mit Konstantin bereits der dritte Spross der Deutloffs. Neue Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, aber auch aus Delitzsch und Markkleeberg, müssen in den vier Trainingseinheiten/Woche schnell integriert werden, sodass wir erneut mit einer schlagkräftigen Truppe in die Kreisliga-Saison starten können. Vielleicht werden wir auch in der sächsischen Jugendliga an den Start gehen. Auf alle Fälle wollen wir Ende des Jahres Turniererfahrungen beim Striezelcup sammeln, um so bestens vorbereitet die Bezirksmeisterschaften der U16 und U18 als Saisonhöhepunkte angehen zu können.

Danke für das Gespräch und dir und deinen Jungs in der kommenden Saison viel Erfolg.

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