Leipzig muss den nächsten Schritt machen

 

Nach 17 von 26 Saisonspielen Tabellenplatz 13, nur ein einziger Sieg und ganze 10 Punkte auf dem Konto – so sah die ernüchternde Zwischenbilanz der L.E. Volleys im Zweitligajahr vor ihrem Abstieg aus. Am Ende reichten 15 Punkte und 3 Siege nicht zum Klassenerhalt. 

Seit ihrem Wiederaufstieg im letzten Jahr haben die Leipziger 7 Siege eingefahren, der jüngste am vergangenen Samstag in Friedrichshafen. Und die bis dato 19 gesammelten Punkte lassen die Leipziger aktuell auf dem vermeintlich letzten Nichtabstiegsrang 10 verweilen. 

Diesen gilt es in den noch verbleibenden 9 Spielen mit allem, was geht, und mit jedem, der (noch) kann, zu verteidigen. Die Konkurrenz sitzt dem Aufsteiger im Nacken. Und obwohl der alle Kräfte aufbietet und auch mal mit Achtungserfolgen (Schwaig) aufwartet, wollen in den Spielen gegen die (möglichen) Mitkonkurrenten die Big Points einfach nicht gelingen. So ließen die Rascher-Schützlinge im November die Chance liegen, Mainz an sich zu binden, verlor man im Dezember das 6-Punkte-Spiel in Kriftel und auch am vergangenen Sonntag musste man nach einem starken Endspurt im ersten Satz die momentan verunsichert wirkenden Unterhachinger letztlich doch noch fast wehrlos 0:3 ziehen lassen. 

Am Saisonende wird es keinen interessieren, ob in diesen wichtigen Begegnungen alle Leistungsträger mit an Bord oder aber beruflich verhindert bzw. verletzungsbedingt nicht einsatzfähig waren. Da zählen nur die für den Klassenerhalt notwendigen Punkte und Siege. Und die muss man sich jetzt Schritt für Schritt oder besser Spiel für Spiel erkämpfen. 

Am kommenden Samstag befinden sich die Volleys gegen die bislang sieglosen Frankfurter vom dort ansässigen Bundesleistungsstützpunkt in der für sie ungewohnten Rolle des Favoriten. Trotzdem sind die Gastgeber weit davon entfernt, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Nachdem die letzten Spiele der Frankfurter, deren Stärken und Schwächen analysiert worden sind, arbeiten die L.E. Volleys im Training an der optimalen Umsetzung der taktischen Marschroute ihres Trainers. 

Fest zum Kader gehört seit dem letzten Spieltag nun auch Henrik Kamphausen, der zwar schon seit Saisonbeginn mit dem Bundesligateam trainiert, seine Spieleinsätze allerdings bislang im Regionalligateam erhielt. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Jerome Ptock, dessen Rückkehr aufs Spielfeld in der laufenden Saison wohl eher unwahrscheinlich sein wird, sahen sich die Verantwortlichen gezwungen zu reagieren und so sprachen sie dem 24-jährigen Altenburger ihr Vertrauen aus. Schon möglich, dass er bereits beim Februarauftakt gegen Frankfurt dem heimischen Publikum seine Qualitäten am Netz demonstrieren wird. 

Ansonsten werden die Leipziger versuchen, den Ausfall ihres wichtigsten Blockspielers gemeinsam als Mannschaft zu kompensieren. Jeder im Team weiß, dass es auf ihn ankommen kann, dass sich ein möglicher Sieg nur über eine hohe Qualität in den eigenen Aktionen definiert. Entsprechend engagiert gingen die Köthen & Co in den Trainingseinheiten zur Sache, sodass den hoffentlich zahlreich erscheinenden Fans ein ansehnliches Spiel versprochen werden kann. 

Vor 2 Jahren hätten 34 Punkte zum Klassenerhalt gereicht, in der letzten Saison wären es 33 gewesen. Wie viele Zähler in der laufenden Saison für den Nichtabstieg gesammelt werden müssen, weiß aktuell keiner. Leipzig ist allerdings auf einem guten Weg, keine Frage. Alle hoffen am Wochenende auf eine volle Punktausbeute. Dies wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. (JZ)

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