Von außen in die Mitte nach vorn

LVZ, 17.10.2019

Der deutsche U19-Beach-Meister und Jung-Libero Lorenz Deutloff steht bei den L.E. Volleys im Fokus

Leipzig. „Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt“ ist eine alte Fußballer-Weisheit, die Spieler immer dann von sich geben, wenn sie auf einer ungeliebten Position agieren müssen. Motto: Besser dort spielen als gar nicht.

Dass der Spruch auch auf den Volleyball übertragbar ist, beweist derzeit Lorenz Deutloff. Das gerade 18 Jahre alt gewordene Talent der L.E. Volleys begann seine Karriere vor Jahren als Außenangreifer. Doch vor der aktuellen Saison, als Lorenz mit dem Gewinn der Beachvolleyball-U19-DM gerade seinen bisher größten Erfolg im Sand gefeiert hatte, schulte ihn Coach Christoph Rascher zum Libero um. Auf der Position wurde der Schüler des Leipziger Sportgymnasiums nun auch ins kalte Wasser der 2. Bundesliga geworfen. Die Libero-Aufgabe kommt ihm entgegen, da er es mit nur 1,80 Meter Körperhöhe in Liga zwei im Angriff sehr schwer hätte.

Eigentlich sollte Deutloff noch in der Regionalliga zum Einsatz kommen, jetzt hat er alle bisherigen Saisonspiele bei den Männern bestritten. Beim 2:3 gegen Gotha stand der gebürtige Leipziger fast die gesamten 2:18 Stunden Spielzeit auf dem Parkett. In der Teamhierarchie ist er schnell vom zweiten zum ersten Libero aufgestiegen. „Er ist auf einem sehr guten Weg“, sagt sein Trainer über Lorenz, „ihm fehlt nur noch ein bisschen die Erfahrung“.

Die von ihm erhofften sechs Punkte kamen am letzten Wochenende beim Heimspiel-Doppel gegen Friedrichshafen und Unterhaching zwar nicht zustande – aber insgesamt sind die Volleys als Siebter mit zwei Siegen aus fünf Partien in der 2. Liga angekommen.

„Wir sind eine heimstarke Truppe und haben das schon beim 3:0 gegen Freiburg und auch gegen Gotha bewiesen, auch wenn wir da knapp verloren haben.“ Von vier Heimspielen wurden von den Sachsen zwei gewonnen, nun wird es Zeit für den ersten Auswärtssieg. „Die Liga ist sehr eng“, weiß Deutloff, „da gehen viele Spiele über fünf Sätze“. Zehn Tage vor Weihnachten wird er mit dem Derby-Heimspiel gegen Delitzsch noch ein emotionales Highlight seiner bisherigen Hallenkarriere erleben.

Wie es für ihn mittel- bis langfristig weitergeht, ist derzeit noch unklar. Nach dem Abitur will Deutloff auf jeden Fall studieren, aber was und wo weiß er noch nicht. Bei einem weiter entfernten Studienort könnte er sich auch einen Weggang von den Volleys vorstellen.

Und ob er überhaupt in der Halle weiter regelmäßig spielen wird, steht noch nicht fest. „Mir macht Beachen eigentlich ein bisschen mehr Spaß“, erklärt er, das gehe nur im Winter schlecht. Mit der geplanten Beachvolleyball-Halle von BeachL in Großzschocher könnte sich die Situation bald ändern.

Das ist aber noch Schnee von übermorgen, erst einmal steht die Saison mit L.E. an. Und da heißt das Ziel einzig und allein Klassenerhalt. „Dafür bin ich sehr zuversichtlich“, sagt Deutloff, „wir haben einfach ein tolles Team.“ Christian Dittmar

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